Änderungen im Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG) seit 26.02.2026 in Kraft getreten

Mehr Kontrolle, mehr Transparenz – was Transportunternehmen jetzt wissen müssen

 

Im Februar 2026 ist eine wichtige Änderung des Güterkraftverkehrsgesetzes (GüKG) in Kraft getreten. Ziel der Reform ist es, die Vorgaben des EU-Mobilitätspakets stärker in nationales Recht zu integrieren und die Kontrollmechanismen im gewerblichen Güterkraftverkehr zu modernisieren.

Eine der zentralen Neuerungen betrifft das Risikoeinstufungssystem für Transportunternehmen, das künftig stärker zentral gesteuert wird. Für Unternehmen im  gewerblichen Güterkraftverkehr bedeutet dies: Verstöße gegen Transport-, Sozial- oder Sicherheitsvorschriften werden künftig systematischer erfasst und können häufiger zu Kontrollen führen.

Hintergrund: EU-Mobilitätspaket und EU-Verordnung 2016/403

Die Gesetzesänderung steht im Zusammenhang mit europäischen Vorgaben. Besonders relevant ist dabei die EU-Verordnung 2016/403, die festlegt, welche Verstöße im Straßengüterverkehr als schwerwiegend gelten und welche Folgen sie für Unternehmen und Verkehrsleiter haben können.
Die Verordnung ergänzt die Berufszugangsverordnung (VO (EG) Nr. 1071/2009) und definiert eine europaweit einheitliche Liste schwerer Verstöße. 

Dazu zählen unter anderem:

  • Manipulation von Fahrtenschreibern
  • Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis
  • schwere Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten
  • gravierende Mängel an Fahrzeugen
  • erhebliche Verstöße gegen Ladungssicherungsvorschriften

Diese Verstöße werden in Kategorien wie SI (Serious Infringement), MSI (Most Serious Infringement) oder VSI (Very Serious Infringement) eingestuft. Je nach Schweregrad wirken sie sich direkt auf die Risikobewertung eines Unternehmens aus.

Neue zentrale Zuständigkeit beim BALM

Eine der wichtigsten Änderungen im GüKG ist die Einführung des § 16a GüKG. Dieser regelt, dass das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) künftig das Risikoeinstufungssystem zentral betreibt.
Bisher wurden entsprechende Bewertungen teilweise dezentral durch Behörden der Bundesländer vorgenommen. Mit der Reform wird die Datenerfassung und Auswertung nun stärker zentralisiert.

Die Konsequenzen:

  • Verstöße werden bundesweit einheitlich bewertet
  • Behörden können Unternehmen gezielter kontrollieren
  • Unternehmen mit vielen Verstößen geraten schneller in den Fokus der Aufsichtsbehörden

Die Risikoeinstufung dient dabei als Grundlage für eine moderne Kontrollstrategie: Unternehmen mit Auffälligkeiten werden häufiger überprüft, während rechtstreue Betriebe seltener kontrolliert werden.

Wie funktioniert das Risikoeinstufungssystem?

Die Risikobewertung basiert auf der Anzahl und Schwere der festgestellten Verstöße. Dabei fließen Ergebnisse aus Straßen- und Betriebskontrollen in nationale und europäische Datenbanken ein.

Je nach Ergebnis erfolgt eine Einstufung in verschiedene Risikoklassen:

  • Grün: geringe Auffälligkeit – geringere Kontrollwahrscheinlichkeit
  • Gelb: mittleres Risiko – normale Kontrollfrequenz
  • Rot: hohes Risiko – häufige Kontrollen und mögliche Maßnahmen der Behörden

Die Daten werden unter anderem in der Verkehrsunternehmensdatei sowie in der europäischen ERRU-Datenbank gespeichert.

Auswirkungen für Transportunternehmen

Für Speditionen und Transportunternehmen bedeutet die Reform vor allem eines: Compliance und Dokumentation werden noch wichtiger.

Typische Prüfschwerpunkte bei Kontrollen sind beispielsweise:

  • Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten
  • ordnungsgemäße Nutzung des digitalen Tachographen
  • technische Fahrzeugzustände
  • Führerscheinkontrollen und Fahrerqualifikation
  • Ladungssicherung
  • Einhaltung arbeits- und sozialrechtlicher Vorschriften

Unternehmen mit häufigen oder schweren Verstößen können nicht nur häufiger kontrolliert werden. In extremen Fällen kann auch die Zuverlässigkeit des Verkehrsleiters oder des Unternehmens infrage gestellt werden, was bis zum Entzug der Transportlizenz führen kann.

Anpassungen bei Bußgeld- und Sanktionsregelungen

Die Reform enthält außerdem Anpassungen bei Bußgeldtatbeständen und Sanktionen.

In der Praxis bedeutet das:

  • Verstöße können schneller in Risikobewertungen einfließen
  • Bußgeldentscheidungen haben stärkere Auswirkungen auf das Risikoprofil eines Unternehmens
  • Wiederholte Verstöße können zu intensiveren Kontrollen führen

Bußgelder und schwere Verstöße wirken sich direkt auf die Risikobewertung aus.

Warum ein strukturiertes Compliance-System immer wichtiger wird

Die Änderungen im Güterkraftverkehrsgesetz und die stärkere Nutzung des Risikoeinstufungssystems zeigen deutlich: Die Anforderungen an Organisation, Dokumentation und interne Kontrollen im gewerblichen Güterkraftverkehr steigen kontinuierlich.

Für Unternehmen bedeutet das, dass gesetzliche Pflichten nicht mehr nur erfüllt, sondern auch jederzeit nachvollziehbar dokumentiert werden müssen – insbesondere bei Betriebskontrollen oder im Rahmen von Risikoanalysen durch Behörden.

Genau hier setzen digitale Compliance-Systeme an. Das FUMO®-Compliance-Management-System (FCMS) unterstützt Unternehmen dabei, alle relevanten Pflichten im Fuhrpark strukturiert zu organisieren und revisionssicher zu dokumentieren. 

Dazu gehören unter anderem:

  • digitale Führerscheinkontrollen
  • dokumentierte digitale Fahrerunterweisungen
  • Fristenüberwachung für Prüfungen und Qualifikationen
  • strukturierte Kontrolle von Subunternehmern und Transportpartnern
  • revisionssichere Archivierung aller Nachweise
  • jährliche vor Ort Prüfung und Auditierung durch die Experten von FUMO®

Durch die Kombination aus Software, Auditierung und organisatorischer Beratung ermöglicht das System eine transparente und nachvollziehbare Organisation aller compliance-relevanten Prozesse im Fuhrpark. Damit können Unternehmen nicht nur ihre gesetzlichen Pflichten effizient erfüllen, sondern auch ihre Risikoeinstufung gegenüber Behörden nachhaltig verbessern.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Gesetzesänderungen wird deutlich: Compliance im gewerblichen Güterkraftverkehr ist längst kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Unternehmensorganisation.

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