Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) erweitert sein Informationsangebot um einen digitalen Assistenten. Ein Chatbot stellt rund um die Uhr alle aktuellen Informationen zu den Aufgaben des BALM zur Verfügung. Mit dem Chatbot "MILO" (kurz für "Mobilitäts-, Infrastruktur- und Logistik-Online-Assistent") stellt das BALM einen weiteren digitalen Service zur Verfügung, um dem wachsenden Informationsbedürfnis aktuell und schnell nachzukommen. Chatbot MILO ist ab sofort rund um die Uhr verfügbar, 24/7 und 365 Tage im Jahr. Zum Informationsangebot des Chatbots gehören aktuelle Auskünfte zu den Förderprogrammen des BALM, alle Informationen rund um die Themen Verkehrskontrollen und Ahndung, Mautpflicht, Verkehrsdatenmanagement, zum Krisenmanagement, der Zivilen Notfallvorsorge und der Zivil- Militärischen Zusammenarbeit sowie zur Personalgewinnung. Über Komponenten Künstlicher Intelligenz (KI) "lernt" MILO anhand durchgeführter Anfragen stetig dazu und optimiert die Antwortgenauigkeit fortlaufend weiter. Mit der Entwicklung und der Einführung des Chatbots, in Zusammenarbeit mit dem ITZBund, dem IT-Dienstleister des Bundes, baut das BALM sein Informations-Portfolio im Hinblick auf Digitalisierung systematisch weiter aus. Hier geht es zum Chatbot MILO. (Quelle: Pressemitteilung des Bundesamtes für Logistik und Mobilität v. 26.01.2026)
Wegen maroder Bausubstanz muss erneut eine Autobahnbrücke in Nordrhein-Westfalen für Lkw gesperrt werden, dieses Mal in Bonn. Ab dem 9. Februar dürfen Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen zulässigem Gewicht nicht mehr über die Nordbrücke in Bonn fahren, wie die Autobahn-Gesellschaft des Bundes mitteilte. Die Brücke ist Teil der Autobahn 565 und eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Raum Bonn. Täglich fahren dort 100.000 Fahrzeuge über den Rhein, davon etwa gut fünf Prozent Schwerlastverkehr. Für eine so starke Verkehrsbelastung sei die Brücke aus den 1960er Jahren nie gedacht gewesen, schrieb die Autobahn GmbH. Zuletzt waren bei Überprüfungen zahlreiche Schäden aufgefallen. Außerdem gibt es an einem Teil der Brücke statische Probleme. „Stand heute müssen wir leider damit rechnen, dass das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen bis zum Neubau bestehen bleiben könnte, um die Sicherheit der Brücke für den übrigen Verkehr gewährleisten zu können“, so die Autobahn-Gesellschaft. Ein Neubau wird allerdings dauern, denn die Autobahn GmbH schreibt weiter: „Mit einem Baubeginn ist nach heutigem Kenntnisstand frühestens in den 2030er-Jahren zu rechnen.“ Der Landesverband Verkehrswirtschaft und Logistik hatte bereits gewarnt, die Sperrung der Nordbrücke für schwere Fahrzeuge werde jeden Tag Auswirkungen für rund 8000 Lkw-Fahrten haben. Sie müssten entweder auf den ohnehin überlasteten Kölner Autobahnring ausweichen oder mitten durch die Stadt Bonn fahren. Für die Logistikunternehmen bedeute das hohe Mehrkosten. (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 21.Januar 2026)
Der verpflichtende Umtausch alter Führerscheine stellt viele Kommunen in Deutschland derzeit vor große organisatorische Herausforderungen. Besonders betroffen sind Führerscheininhaber, deren Dokumente zwischen 1999 und 2001 ausgestellt wurden: Ihre Karten verlieren ab dem 19. Januar ihre Gültigkeit. In zahlreichen Städten und Landkreisen hat der Ansturm auf die Fahrerlaubnisbehörden zuletzt deutlich zugenommen. Verwaltungen berichten von stark steigenden Antragszahlen und verlängerten Bearbeitungszeiten. In Rheinland-Pfalz etwa sprechen Behörden von Wartezeiten von bis zu acht Wochen, vereinzelt sogar mehr. Neben der hohen Nachfrage spielt auch die Auslastung der Bundesdruckerei eine Rolle, die bundesweit für Produktion und Versand der neuen EU-Führerscheine zuständig ist. Ein weiteres Nadelöhr ist der fehlende digitale Umtauschprozess. Zwar erfolgt die Terminvergabe vielerorts online, der Antrag selbst muss jedoch meist persönlich gestellt werden. Da der alte Führerschein vor Ort entwertet wird, lässt sich der Behördengang bislang kaum vermeiden. Nur wenige Kommunen bieten bereits eine vollständige Online-Beantragung an. Für den neuen Führerschein sind keine erneuten Prüfungen erforderlich. Benötigt werden lediglich ein gültiges Ausweisdokument, der alte Führerschein, ein biometrisches Passfoto sowie gegebenenfalls Nachweise über Namensänderungen. Die Gebühren liegen je nach Kommune größtenteils zwischen 30 und 40 Euro. Ziel der stufenweisen Umstellung ist ein einheitlicher, fälschungssicherer EU-Führerschein. Bis 2033 sollen alle vor 2013 ausgestellten Dokumente ersetzt sein. Wer den Umtausch versäumt, riskiert ein Verwarnungsgeld von zehn Euro. Die Fahrerlaubnis selbst bleibt jedoch bestehen – Probleme können allerdings im Ausland oder bei Mietwagenbuchungen auftreten. (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 19.Januar 2026)
Auto- und Lkw-Fahrer müssen am 20. und 21. Januar in einigen Teilen Deutschlands auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen mit Behinderungen rechnen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH des Bundes sowie des öffentlichen Dienstes aufgerufen. Auf Landesebene planen Beschäftigte unter anderem in Straßenmeistereien sowie in Verkehrs- und Tunnelleitzentralen die Arbeit niederzulegen. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen (NRW), sondern auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist daher mit stärkeren Behinderungen zu rechnen.
Nordrhein-Westfalen: Elf lange Tunnel auf Bundes- und Landstraßen gesperrt
Nordrhein-Westfalen ist besonders stark von den Aktionen betroffen. Dort sollen am Nachmittag des 20. Januar alle 28 Tunnel des Landes bestreikt werden, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits am Sonntag mitgeteilt hatte. Bei elf langen Tunneln im Verlauf von Bundes- und Landesstraßen müssen Auto- und Lkw-Fahrer mit Sperrungen rechnen, wie der Landesbetrieb Straßen.NRW bekanntgab. Er geht davon aus, dass die Tunnelleitzentrale in Leverkusen von Dienstag (20.1.), 16 Uhr bis Mittwoch (21.1.), 16 Uhr bestreikt wird. Bei den gesperrten Tunneln handele es sich um über 400 Meter lange Straßentunnel, die aus Sicherheitsgründen überwacht werden müssten. Auch der etwas kürzere und nur 275 Meter lange B42-Tunnel Oberdollendorf Galerie in Königswinter falle in diese Kategorie, da er Bestandteil der B42-Tunnelkette sei, erläuterte der Landesbetrieb. Bei streikbedingten Arbeitsausfällen würden die Tunnel aus Sicherheitsgründen gesperrt. Eine Wiederöffnung sei erst nach dem Ende des Warnstreiks möglich. Die Autobahnen in NRW betreut die Autobahn GmbH des Bundes. Die Niederlassungen Rheinland und Westfalen des Betreibers verweisen auf Notdienstvereinbarungen, die mit den Gewerkschaften getroffen worden seien. Ziel sei es, die grundsätzliche Verfügbarkeit des Autobahnnetzes aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen des Warnstreiks für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten, erklärten Sprecher. Die Autobahn GmbH will während des Warnstreiks am Dienstag auf autobahn.de über einen einheitlichen Link informieren, der zu Beginn des Warnstreiks auch auf den Plattformen X und Facebook kommuniziert werden soll.
Niedersachsen: Elbtunnel, Wesertunnel und Jann-Berghaus-Brücke betroffen
Auch für Auto- und Lkw-Fahrer in Niedersachsen könnte es wegen der Warnstreiks mitunter ein harter Tag werden: So soll der Hamburger Elbtunnel wegen des Warnstreiks nur eingeschränkt befahrbar sein. Je Richtung wird einer von drei Fahrstreifen des Autobahntunnels geschlossen, wie die Autobahn GmbH mitteilte. Die Teilsperrung, die die A7 betrifft, sollte bis Dienstagabend (20. Januar) dauern. In Ostfriesland wird infolge des Warnstreiks die Jann-Berghaus-Brücke über die Ems in Leer für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Die Sperrung betreffe den Zeitraum zwischen 6 und 23 Uhr, kündigte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr an. Autos und Lastwagen können eine Umleitung über den Emstunnel der Autobahn 31 nehmen. Auch in der Wesermarsch müssen sich Pendler und andere Reisende auf Probleme einstellen. Dort werde der Wesertunnel für den Verkehr infolge des Warnstreiks gesperrt, sagte ein Verdi-Sprecher. Er soll um 0 Uhr wieder geöffnet werden. Anders ist es dagegen bei der Hunteklappbrücke bei Berne. Die wichtige Brücke an der Bundesstraße 212 soll anders als beim Warnstreik im Dezember dieses Mal geöffnet bleiben. Die Weserfähre Bremerhaven-Nordenham kündigte an, wegen der Sperrung des Wesertunnels häufiger zu fahren. In der Zeit von 5 bis 23 Uhr seien zwei Fähren im Pendelbetrieb unterwegs, teilte der Betreiber mit. Trotzdem sei mit Wartezeiten an den Anlegern und Fahrplanabweichungen zu rechnen. Dass der Wesertunnel streikbedingt den ganzen Tag geschlossen bleibt, kritisiert die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK). „Gerade in einer wirtschaftlich unsicheren Zeit sendet eine ganztägige Sperrung einer Schlüsselinfrastruktur das falsche Signal an Unternehmen“, sagte der Vorsitzende des IHK-Verkehrsausschusses, Fokke Fels. Die Sperrung zwinge den Berufs- und Lieferverkehr zu weiträumigen Umleitungen über andere Weserquerungen und verlängere Fahrzeiten erheblich, hieß es. Erste Auswirkungen in Niedersachsen zeigten sich am Morgen des 20. Januar: So sorgt der bundesweite Warnstreik im öffentlichen Dienst seit dem Morgen für massive Verkehrsprobleme rund um den Hamburger Elbtunnel. Nach Angaben der Verkehrsleitzentrale sind sowohl der Elbtunnel selbst als auch die Ausweichstrecken stark überlastet. „Aktuell haben wir alles, was nach Hamburg rein will - Richtung Norden und sogar auch Richtung Süden - mit deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen“, sagte eine Sprecherin der Verkehrsleitzentrale der Deutschen Presse-Agentur am Morgen. Auf der A1 in Richtung Hamburg staute sich der Verkehr demnach auf rund zwölf Kilometern, ebenso vom Autobahndreieck Südwest auf der A7. Auch auf der B75 bis Wilhelmsburg ging es kaum voran. Ausweichrouten wie die Bremer Straße oder die B4 seien derzeit nur im Stop-and-go-Verkehr passierbar. Richtung Süden stockte der Verkehr laut Verkehrsleitzentrale ebenfalls erheblich, unter anderem von der A23 ab Halstenbek-Krupunder bis durch den Elbtunnel. Auch Bundesstraßen stadteinwärts, etwa die Kollaustraße, waren stark belastet. Trotz des Warnstreiks soll der Winterdienst in Niedersachsen erfolgen. Es könne aber zu Verzögerungen kommen, teilte die Landesbehörde weiter mit. Verkehrsteilnehmer sollten entsprechend vorsichtig und rücksichtsvoll fahren.
Im Südwesten keine größeren Auswirkungen erwartet
Dagegen dürfte der Warnstreik im Südwesten keine größeren Auswirkungen für Kraftfahrzeugfahrer auf den Autobahnen haben. Man habe mit den Gewerkschaften in vielen Niederlassungen sogenannte Notdienstvereinbarungen abschließen können, teilte die Autobahn GmbH mit. Ziel sei es, den Betrieb im Falle von Arbeitskampfmaßnahmen weitgehend gewährleisten zu können, hieß es. Man wolle die Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer und die Wirtschaft so gering wie möglich halten. Die Niederlassung Südwest der Autobahn GmbH hat nach eigenen Angaben rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist für das Autobahnnetz in Baden-Württemberg sowie in Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen zuständig. Insgesamt betreuen die Mitarbeiter rund 1.050 Autobahn-Kilometer. In Stuttgart betreibt die Autobahn GmbH eine Verkehrs- und Tunnelleitzentrale, außerdem gibt es 15 Autobahnmeistereien entlang der Straßen.
Rheinland-Pfalz und Saarland
Auf den Straßen in Rheinland-Pfalz und im Saarland ist es ruhiger geblieben als erwartet: Die angekündigten Arbeitsniederlegungen in Autobahnmeistereien und den Verwaltungen hätten nur überschaubare Auswirkungen und verlängerte Fahrzeiten mit sich gebracht, sagte ein Verdi-Sprecher am Mittag.
Wo wird bundesweit gestreikt?
Insgesamt sind Warnstreiks nach Verdi-Angaben an 18 Standorten bundesweit geplant. Aktionen und Arbeitsniederlegungen gibt es demnach in Niederlassungen und Außenstellen der Autobahn GmbH etwa auch in Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Montabaur, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin. (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 19.Januar 2026)
Auf der von umfassenden Sanierungsarbeiten betroffenen Luegbrücke auf der Brennerroute misst ab sofort eine sogenannte Section Control, ob Fahrzeuge stabil im erlaubten Tempo über die Brücke fahren. Wie die Asfinag mitteilt, erstrecke sich die elektronische Geschwindigkeitskontrolle über den Abschnitt Beginn Luegbrücke bis knapp vor der Anschlussstelle Brenner-Nord. Die Anlage checkt demnach die Geschwindigkeit in beide Fahrtrichtungen – und das bei ein- und zweispurigen Verkehrsführungen über das gesamte Jahr. Das Prinzip ist simpel: Beim Ein- und Ausfahren in den kontrollierten Abschnitt wird das Kennzeichen erfasst und das Fahrzeug jeweils mit einem Zeitstempel versehen. Danach werden die beiden Stempel verglichen. Wenn es eine Unterschreitung der festgelegten Zeit gibt, war man zu schnell unterwegs - dann muss mit einer Strafe gerechnet werden. (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 16. Januar 2026)
Wichtigste Trends in Logistik und Supply Chain Management bleiben Cybersicherheit und Digitalisierung der Geschäftsprozesse. 2025 sahen Unternehmen zudem Kostendruck und Automatisierung als steigend wichtiger an, während Personalmangel und Nachhaltigkeit an Bedeutung in den Unternehmen verloren. Das sind einige Ergebnisse der Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) hat die 16. Ausgabe der Studie veröffentlicht. Dafür haben die Studienautoren 202 Logistik- und SCM-Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum befragt und die Ergebnisse analysiert. Die Befragung fand von Juni bis August 2025 statt. Interessant ist auch, dass laut den Studienautoren insgesamt die Relevanz der 21 analysierten Trends im Vergleich zum Jahr 2023 zugenommen hat. Die Komplexität in einem dynamischen Umfeld steige. Entscheidend sei für Unternehmen in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, sich wirksam an die Trends anpassen zu können. Besonders kritisch sehen die Autoren hierbei die Künstliche Intelligenz. Sie erweise sich trotz mittlerer Relevanzeinstufung als größter Schmerzpunkt. Hier bestehe noch erheblicher Umsetzungsbedarf. Die Triple Transformation aus Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz bleibe „das Fundament langfristig wettbewerbs- und anpassungsfähiger Wertschöpfungsketten“, so die Studienautoren in ihrem Vorwort. Die Ergebnisse würden zeigen, dass Unternehmen, die sich in allen drei Säulen verbessert haben, auch anpassungsfähiger sind. Die drei Punkte seien keine isolierten Handlungsfelder, sondern eng miteinander verknüpfte Treiber. Bei der Digitalisierung ist die Künstliche Intelligenz weiterhin ein wichtiges Thema. Aktuell und in den kommenden fünf Jahren wollen mehr als die Hälfte der Unternehmen KI einführen oder skalieren. 98,5 Prozent der Unternehmen sehen Digitalisierung als wichtig an und setzen hier Maßnahmen um. Größte Hemmnisse liegen laut Studie in:
Resilienz wird laut den Autoren zunehmend ganzheitlich gedacht. Die größten Fortschritte seien da möglich, wo „systematische Vorbereitung, Absicherung der physischen Lieferkette und Cybersicherheit gemeinsam gedacht werden“. Gut 50 Prozent der befragten Unternehmen verfolgen heute ein systematisches Vorgehen. Einzelmaßnahmen finden zumindest bei 39 Prozent statt. Das Management während und nach Störungen schätzen viele der Befragten als Stärke ein. Bei der präventiven Vorbereitung bestehen laut Studie weiterhin Defizite. Obwohl Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit gut vorankommen, wird es von ihnen laut der Befragung immer weniger als Wettbewerbschance gesehen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit ökologischer Maßnahmen bleibe eine Herausforderung, wie die Autoren betonen, „nicht zuletzt aufgrund begrenzter Zahlungsbereitschaft im Markt und komplexer regulatorischer Anforderungen“. Wichtig sei es, strategische Ziele stärker mit wirtschaftlich tragfähigen Geschäftsmodellen zu verbinden. Außerdem sollten klare eigene Verantwortlichkeiten festgelegt und skalierbare Reporting- und Umsetzungsinstrumente aufgesetzt werden. Alle genannten Punkte sollten Unternehmen miteinander verzahnen und zugleich auch KMU einbinden. Digitalisierung wirke als Enabler, Resilienz als Stabilisator und Nachhaltigkeit als langfristiger Orientierungsrahmen, erklären die Autoren. Die Rahmenbedingungen dieser dreifachen Transformation verändern sich, wie sie weiter betonen. Denn es sind neue Berichtspflichten, Nachhaltigkeitsvorgaben und technologische Standards hinzugekommen. Laut Mitteilung der BVL zur Studie eröffnen sich damit aber auch zugleich Chancen für Transparenz, Vergleichbarkeit und Innovation. Das Institut für Logistik und Unternehmensführung der Technischen Universität Hamburg mit Birgit von See, Wolfgang Kersten und Sandra Heymann und die Hochschule Heilbronn mit Martin Schwemmer haben als Partner der BVL die Daten erhoben und die Studie durchgeführt. (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 16. Januar 2026)
Von Deutschland über Österreich bis zu den Niederlanden: Die Lkw-Maut in Europa wird 2025 und 2026 deutlich teurer und komplexer. Kilometerabhängige Tarife, CO₂-Klassen und neue Mautsysteme stellen Transportunternehmen vor neue Herausforderungen. Der internationale Verband AISÖ gibt einen aktuellen Überblick über die Mautsysteme und anstehende Änderungen für schwere Nutzfahrzeuge in Europa. In nahezu allen Ländern gilt eine strecken- oder kilometerabhängige Maut, zunehmend unter Berücksichtigung von CO₂-Emissionsklassen.
Zentrale Entwicklungen im Überblick
(Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 12. Januar 2026)
Seit 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro brutto pro Stunde. 2027 wird er auf 14,60 Euro steigen – eine Erhöhung von insgesamt 13,88 Prozent. Der höhere Lohn stärkt die Kaufkraft, stabilisiert die Binnennachfrage und trägt dazu bei, dass Beschäftigte aus dem Niedriglohnsektor herauskommen. Mehr als sechs Millionen Menschen werden profitieren – all jene, die bisher weniger als 13,90 Euro brutto in der Stunde verdient haben. Da Frauen überproportional häufig von niedrigen Löhnen betroffen sind, trägt die Mindestlohnerhöhung auch zur Verringerung des Lohnabstandes zwischen Frauen und Männern bei.
Die Bundesregierung erwartet von der Lohnanpassung trotz herausfordernder gesamtwirtschaftlicher Situation keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Anhebung in zwei Schritten trägt dazu bei, die Lasten für Arbeitgeber abzufedern. Laut Mindestlohnkommission ist es den Unternehmen in der Vergangenheit überwiegend gut gelungen, sich an das steigende Lohnkostenniveau anzupassen. Im Juni 2025 hatte die unabhängigen Mindestlohnkommission ihre Vorschläge für die zweistufige Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns vorgelegt. Die Empfehlung zur Anpassung beruht auf einer Gesamtabwägung: Die Kommission prüft, welcher Mindestlohn einen angemessenen Mindestschutz der Beschäftigten sichert, faire und funktionierende Wettbewerbsbedingungen ermöglicht sowie Beschäftigung nicht gefährdet; zudem orientiert sie sich an der Tariflohnentwicklung in Deutschland und am Referenzwert der EU von 60 Prozent des Medianlohns von Vollzeitbeschäftigten.
Der gesetzliche Mindestlohn gilt auch für Minijobberinnen und Minijobber. Die Verdienstgrenze für Minijobs ist daher ebenfalls gestiegen. Sie liegt seit 1. Januar 2026 bei 603 Euro im Monat. 2027 steigt sie auf 633 Euro. Im vergangenen Jahr durften Minijobber 556 Euro brutto im Jahresdurchschnitt im Monat verdienen. Damit eine Wochenarbeitszeit von zehn Stunden möglich ist, steigt die Grenze für geringfügige Beschäftigungen seit 2022 mit jeder Mindestlohnerhöhung dynamisch. So wird sichergestellt, dass bei einem höheren Stundenlohn die Arbeitszeit nicht gekürzt werden muss. Gleichzeitig steigt die Lohnuntergrenze für Midijobs. Als Midijobberin oder Midijobber gilt im Jahr 2026, wer regelmäßig zwischen 603,01 Euro und 2.000 Euro verdient. Für Verdienste innerhalb dieses Übergangsbereichs zahlen Erwerbstätige einen reduzierten Beitragsanteil zur Sozialversicherung. (Quelle: Mitteilung des Presse- und Informationsamt der Bundesregierung v. 01. Januar 2026)
Die Verbände International Road Transport Union (IRU), Transport & Environment und der Europäsche Verband der Automobilhersteller (ACEA) haben sich in einem Brief an die EU-Kommission gewendet. Sie warnen vor Plänen, die Förderung von Lade- und Betankungsinfrastruktur für E-Lkw sowie Wasserstoff-Lkw über das Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF)-Programm auslaufen zu lassen. Demnach drohe ein Förderstopp in den Jahren 2026 bis 2027.Und es fehle ein Nachfolgeinstrument. Ein Stopp könne die Einführung emissionsfreier Fahrzeuge (ZEV) verlangsamen, so die Verbände. Aktuelle Diskussionen in Brüssel würden darauf hindeuten, dass die Förderung im Rahmen des CEF-Verkehrsprogramms 2026 bis 2027 möglicherweise unterbrochen werden könnte. „Ohne ein spezielles Nachfolgeinstrument, das vor Beginn des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens der EU im Jahr 2028 vorgesehen ist, besteht die Gefahr, dass der Ausbau der Lade- und Wasserstoffbetankungsinfrastruktur für Schwerlastfahrzeuge an Schwung verliert“, warnen die Verbände in ihrer Mitteilung.
Sie fordern eine kontinuierliche Förderung auf EU-Ebene entweder durch eine Verlängerung des AFIF oder das Nutzen alternativer EU-Förderinstrumente in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten, sicherzustellen. Die Förderung müsse neben öffentlichen Lade- und Tankstellen auch Depot-Laden, Netzanschlüsse und Energiespeicher beinhalten. Nur so lasse sich ein Betrieb der Lkw im alltäglichen Einsatz stemmen. Transportunternehmen seien zwar bereit, in teurere emissionsfreie Fahrzeuge zu investieren, so IRU-EU-Direktorin Raluca Marian. „Doch bei den geringen Margen in der Branche sind solche Investitionen nicht realistisch, wenn die Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur nicht gewährleistet ist.“ Sie betont zudem, dass auch eine gezielte Förderung der Ladestationen in Depots wichtig sei. „Dank AFIF werden Projekte zum Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Lkw gestartet“, hebt Stef Cornelis, Direktor für Flotten und Güterverkehr bei T&E, hervor. „Diese Finanzierung läuft zu einem Zeitpunkt aus, zu dem eine Ladeinfrastruktur auf dem Kontinent ein Schlüsselfaktor ist, um der europäischen Logistikbranche zu ermöglichen, auf Elektroantriebe umzusteigen.“ Die EU müsse die Finanzierung weiter verstärken und Investitionssicherheit schaffen. „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um den Stecker zu ziehen und die Dynamik zu stoppen.“ (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 20. Januar 2026)
Kaum auf dem Markt, schon schiebt der niederländische Hersteller das erste Update nach. Die Electric-Modelle sind ab sofort auch mit den großen Fahrerhäusern XG und XG+ erhältlich. Warum macht DAF bei seinen Electric-Modellen beim XF Schluss? Das fragten sich sicher nicht nur viele unser Leser/innen bei der Präsentation der neuen Stromer. Auch im niederländischen Eindhoven scheint man die Rufe gehört zu haben, denn DAF schiebt nun die batterieelektrischen Modelle mit den größeren XG+ und XG-Fahrerhäusern nach. Womit DAF aktuell klar die Elektro-Lastwagen mit dem größten Lebensraum am Markt hat, im Falle des XG+ spricht der Hersteller von 12,5 Kubikmetern Innenraumgröße. Unter den Kabinen arbeitet der EX-D2-Elektrotriebstrang, der eine Leistung von 270 bis 350 kW (370 bis 480 PS) und ein Drehmoment von 2400 Newtonmetern entwickelt. Die Einheit besteht aus zwei separaten Elektromotoren in Kombination mit einem integrierten Dreigang-Getriebe, das mit äußerst sanften Fahrstufenwechseln gefällt, wie wir bereits erfahren konnten. Bei den Batterien gewährt DAF Wahlmöglichkeiten zwischen drei und fünf Akkupaketen, die immer in der LFP-Technologie aufgebaut sind. Wer sich den E-DAF mit XG+ oder XG-Kabine leistet, dürfte aber viel Strecke machen wollen, weshalb die Option auf die größte Batteriekapazität hier wahrscheinlich an häufigsten geordert werden dürfte. Konkret bedeutet das bei DAF 525 Kilowattstunden brutto, von denen 420 kWh nutzbar ausgeführt sind. Laut Herstellerangabe genügt das für eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Nachgeladen wir anschließend mit maximal 325 kW. (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 14. Januar 2026)
Deutschland hat im vergangenen Jahr mit 640 Millionen (Mio.) Tonnen 1,5 Prozent weniger Co2 ausgestoßen als im Vorjahr. Dies zeigen aktuelle Berechnungen von Agora Energiewende, die der Thinktank mit seiner Bilanz des Energiejahres 2025 vorgelegt hat. Damit liegen die Emissionen um 49 Prozent niedriger als im Referenzjahr 1990. Zwar hält die Bundesrepublik das nationale Jahresemissionsziel für 2025 ein, insgesamt fiel die Minderung jedoch weniger als halb so hoch aus wie noch im Vorjahr. Die Emissionsminderung war zum einen aus Produktionsrückgängen in der energieintensiven Industrie begründet – allerdings bedingt durch Nachfrageschwäche und die angespannte Lage an den Weltmärkten. Zum anderen gab es eine Rekorderzeugung von Solarstrom, der sich nach Windstrom nun zur zweitwichtigsten Stromquelle in Deutschland aufgeschwungen hat.
Die Klimaziele erneut verfehlt hat dagegen der Verkehrssektor. Nachdem die Emissionen im Verkehrssektor in den beiden Vorjahren konjunkturbedingt – etwa durch weniger Lkw-Verkehr – gesunken waren, stiegen sie im Jahr 2025 wieder leicht an. Zwar ging der Lkw-Verkehr auf mautpflichtigen Straßen auch 2025 leicht um 0,5 Prozent zurück, gleichzeitig hat sich aber der langfristige Trend hin zu mehr Pkw-Verkehr fortgesetzt. Gleichzeitig sorgten sinkende Preise und ein wachsendes Modellangebot für steigende Neuzulassungen von E-Autos. Ihr Anteil stieg auf knapp 20 Prozent. 1,7 Millionen E-Autos im Bestand zu Beginn des Jahres 2025 hätten die Emissionen allein 2025 um rund 2,3 Mio. Tonnen im Vergleich zu einer vollständig fossil betriebenen Fahrzeugflotte reduziert, rechnete Agora Energiewende aus. Dennoch sei das Elektrifizierungstempo zu niedrig für den notwendigen klimapolitischen Fortschritt, so der Thinktank. Auch anhaltende Debatten um Technologieoffenheit und eine Aufweichung der Flottengrenzwerte bremsten die Elektrifizierungsdynamik. Alles in allem erhöhten sich die Verkehrsemissionen dem Bericht zufolge um ein Prozent auf 145 Mio. Tonnen. Damit sei das indikative Sektorziel von 117 Mio. Tonnen bereits zum fünften Mal in Folge und mit wachsender Differenz überschritten worden, mahnt Agora Energiewende an. Die Klimaschutzlücke im Verkehr betrage nun 28 Mio. Tonnen – ein Rückstand, der mit stärkeren Einsparungen in den kommenden Jahren kompensiert werden müsse, um das Klimaziel 2030 zu erreichen. (Quelle: Mitteilung der VerkehrsRundschau v. 13 Januar 2026)